Entwicklungsbericht zur Testphase in freier Wildbahn.

 

Da dies kein klassischer Entwicklungsbericht  ist und auch nicht im heimischen Testlabor aufgezeichnet worden ist, ist darauf zu achten, dass unerwartete Geschehnisse, sowie grobe Umwelteinflüsse zu spontanen Gefühlsregungen und zu Weltanschauungswandel beim Leser führen kann. Stellen Sie sicher, dass Sie zur Beruhigung stets eine Kartusche Promilloron zur Hand haben. Sollten dennoch Symptome auftreten, die Sie vorher nicht kannten – ignorieren Sie diese bitte. In Härtefällen schlage ich Ihnen vor, über einen Ballettkurs nachzudenken.

Zur Organisation ist zu sagen, dass sich alle Testobjekte durch jahrelanger Konditionierung meinerseits im Testlabor eingefunden hatten und ihren antrainierten Verhaltensmustern freien Lauf ließen, wie zum Beispiel Instrumente, Videokamera, Böller und zu guter Letzt ausreichend Promilloron für die Reise in fremde Gefilde einzupacken.

Testobjekt Stefan hatte zu Anfangs die große Aufgabe unser saugeil versichertes Reisegefährt zu steuern. Leider fühlte sich unser Gefährt sichtlich unwohl mit Testobjekt Stefan , erst nach einigen Kilometer ritten sie sanft im gleichmäßigen Rhythmus den zaghaften niederbayrischen Nachmittags-Sonnenuntergang entgegen. Es war erstaunlich zu beobachten, dass jedes Testobjekt reflexartig zum Promilloron gegriffen hatte. Dieser Vorgang scheint wohl schon fest im Unterbewusstsein verankert zu sein. Da dieser den Stoffwechsel beim einen oder anderen Probanden in Wallung brachte, war der erste Zwischenstopp vorprogrammiert. Da wir uns schon in den Tiefen von Niederbayern befanden, suchten wir eine Umgebung, die uns ein wenig vertraut war. Also stoppte Testobjekt Stefan  unser saugeil versichertes Reisegefährt in der Nähe von Atomkraftwerk Isar 1. Rein wissenschaftlich gesehen hätte uns nichts besseres passieren können. Beeindruckt von der Tatsache der Atomspaltung in unserer Nähe hatte ich beschlossen, mit Testobjekt Kai das Marunaphaht in seine Bestandteile aufzuspalten während anbei sämtliche Stoffwechselaktionen beendet oder unterbrochen wurden. So fuhren wir, noch viel viel beeindruckter, weiter Richtung des Reiseziels.

Langsam aber sicher lotste uns unserer Servicemitarbeiter und Codoktorant ans Ziel. Dort angekommen, trieb es uns in die natürliche Tresenumgebung um weitere Schritte in unserem schon sehr erfolgreich fortgeschrittenem Promillorongrenzwert-Erfahrungen weiter zu planen. Zum Bedauern mussten wir feststellen, dass unser Organisator vor Ort noch keinen  guten Eindruck auf uns machte und wir uns sorgten, dass er uns überhaupt nicht versteht. Aufgrund meiner weitreichenden und überdurchschnittlichen Erfahrungen in solchen Situationen verabreichte ich ihm eine Einheit Marunaphat, um ihn bestmöglich auf uns einzustellen. Mit großem Erfolg gab es keine Kommunikationsschwierigkeiten mehr. Beflügelt von den letzten Stunden hatten sich alle Testobjekte routinemässig und selbständig mit Promilloron versorgt, wodurch sich auch der Marunaphatspiegel proportional anpasste.

Als es schließlich zum Hauptakt kam, musste ich feststellen, dass sich in der kurzen Zeit, die Erdrotationsgeschwindigkeit um ein vielfaches gesteigert hatte. In der natürlichen Scheinwerferumgebung chemikalisierte jeder der Testobjekte das Promilloron und Marunaphaht in die durch mich weltbekannten animalischen Umin. Dieser Vorgang ist das stolze Ergebnis jahrelanger Tests und Konditionierung und sorgte für einen grandiosen Ablauf  der Uminausschüttung.

Das sollte es aber noch nicht gewesen sein für diesem Abend. Scheinbar liegt Strasskirchen in einer sehr ativen geomagnetischen Zone. Paranormale Aktivitäten waren ebenfalls zu beobachten. Aus noch fast ungeklärten Ursachen befand sich ein Zweieurostück am nächsten morgen zwischen den Arschbacken unseres Codoktoranten. Wir hatten schon große Hoffnung, dass keiner von uns mehr arbeiten musste, da wir endlich einen Esel hatten, der Geld scheisst. Bei genauerem Zuhören über diesen Hergang jedoch, mussten wir leider feststellen, dass sich unser ServiceMitarbeiter auf sehr eigenartige Weise in Analpraktigen verwickelt hatte, die wohl seine Kompetenz überschritten hatten. Eine der Zuschauerinnen hatte wohl das starke Verlangen, uns nach dem Kauf eines Tonträgers nichts schuldig zu bleiben und hinterlegte somit den Restbetrag in der Nacht in Martins Arsch….nette Leute dort.

Als sich der allgemeine Zustand aller Testobjekte  im grünen Bereich einpendelt hatte, wurde es langsam Zeit für Testobjekt Sebi die noch nicht bekannte Schlafstätte zu untersuchen…alle hatten ihn gewarnt sich nicht allein auf den Weg zu machen, hatte sich die Erdrotationsgeschwindigkeit schließlich aus unerklärlichen Ursachen weit mehr als verzehnfacht. Es herrschten unglaubliche Anziehungs- und Fliehkräfte, so zu sagen enorme Urgewalten. Nichts desto trotz ließ sich Testobjekt Sebi nicht davon abhalten, die gefährliche Reise ins Ungewisse zu starten. Leider ist immer wieder festzustellen, dass ein großer Faktor außer Acht gelassen wird…Sauerstoff! Und dies wurde Testobjekt Sebi zum Verhängnis. Er wurde überwältigt von einer kleinen Brücke die plötzlich Mitten auf dem Weg lag. Der 30cm hohe Absatz hatte seine kompletten Tücken ausgespielt und riss ihn hämisch lächelnd zu Boden. Durch die hohe magnetische Anziehungskraft, die er auf seine Umgebung ausstrahlte, musste sein rechtes Handgelenk leider daran glauben und er fügte sich einen Haarrissbruch zu.

Glaubt ja nicht, dass es das schon war, mit unserem ersten Ausritt. Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass unglaubliche Naziaxtmöder (vermutlich auf Dinosaurier reitend) vor der Location ihr Unwesen getrieben hatten. Inklusive wilder Schlägerei, Bullen und Notarzt. Alles vor der Hütte wurde komplett zerlegt, überall lagen Newtonmeter am Boden zerstreut…..außer unser Tourbus. Der hat keinen einzigen Kratzer abbekommen. Ab da wussten wir, es kann uns nichts mehr aufhalten, wir sind unverwundbar!

Gestärkt mit der ersten Promilloron-Kartusche ging es um zehn Uhr weiter in die Heimat unserem Gitarristen Stefan…

Stefan lotste uns über kleine dunkle und vernebelte Straßen hin zu dem Ort, an dem er Nachts immer noch die Schreie seines fröhlichen und  fragwürdigen Ausscheidens in diese Welt begann. Großes Erstaunen kam über uns, als wir die Großraumhöhle mit all seinen Malereien und Feuerstellen zu Gesicht bekamen. Nach Begrüßung der Stammesältesten, richteten wir uns ein Lager ein. Zu meinem großen Bedauern musste ich feststellen, dass keiner der Probanden mehr einen akzeptablen Promilloronspiegel hatte, wodurch es schließlich zu Mangelerscheinungen kam. Als plötzlich so Sachen auf kamen, wie “ ich habe Hunger“, wusste ich, ich muss handeln. Um das Testergebnis nicht zu verfälschen, sah ich mich leider gezwungen die Aufnahme von fester Nahrung zu genehmigen. Natürlich nicht ohne Aufsicht und auch nur solche Speisen, die von mir höchst persönlich ausgewählt wurden…was glaubt ihr denn?!. Als endlich die nervigen Mäuler gestopft waren, konnte es endlich wieder weiter gehen.

Gleiches Spiel, gleiches Lied bloß ein anderer Ort. Aber durch meine hervorragende Vorbereitung meiner Probanden verlief die Wartezeit bis hin zum Höhepunkt wie erwartet. Der Promilloronspiegel stieg wieder an. Leider gab es nur ein kleines Problem: Der Marunaphatvorrat war uns ausgegangen. Ich wusste, ich muss all mein Geschick ausspielen, um es nicht auffallen zu lassen.

Testobjekt Sebi beklagte immer noch die Erdrotationsgeschwindigkeit vom Vortag. Um das nicht erträgliche Geheule abzustellen und in ein angenehmes Bla-Bla-Bla zu verwandeln, verordnete ich ihm die 5-fache Dosis an Promilloron. Unter Aufsicht versteht sich. Voller Stolz und Vorfreude und einer doppelt so großen Hand ging es dann mit ihm auf die Bühne. Alles verlief nach Plan und der Plan war noch nicht mal scheiße. Schließlich rockten wir den Schuppen in Sulzbach dermaßen, dass wir danach noch CDs und T-Shirts mit unserem Gekrakel beschmieren durften….

Was danach geschah müsst ihr leider jemand anderes fragen….

Hochachtungsvoll euer Prof. Dr. Dopetobe

Und trinkt gefälligst Bier!!!